Die Primaballerina Beatrice Knop

Beatrice Knop, die im Jahr 2016 ihren Bühnenabschied feierte, bezeichnet sich selbst als eine der letzten Primaballerinas Deutschland. Sie wuchs in der DDR auf, wo damals der Ballett-Tanz noch sehr gefördert wurde, und sieht mit einem wehmütigem Auge, dass es derzeit keinen Nachwuchs in Deutschland gibt.

Die Primaballerina besuchte ab 1983 die staatliche Ballettschule in Ostberlin, wo ihre Tanzkarriere begann. Im DDR-Regime wurde der Tanz stark gefördert. Für Tänzer gab es eine sogenannte Tänzerrente, was bedeutete, dass man als Tänzer nach seiner aktiven Zeit, was meist in einem Alter von rund 35 Jahren war, lebenslang abgesichert war. So konnten die ausgeschiedenen Tänzer sich weiterbilden, studieren oder zusätzlich einer Beschäftigung nachgehen.

Die 16-jährige Beatrice Knop durfte am Prix de Lausanne in der Schweiz teilnehmen, was für die junge Ballett-Tänzerin eine besondere Auszeichnung war. An diesem renommierten Ballett-Wettbewerb wurden heißbegehrte Verträge und Stipendien vergeben. Allerdings war es einer Tänzerin aus Ostdeutschland vorenthalten, einen Auslandsvertrag anzunehmen, was auch den Jurymitgliedern bekannt war. Dennoch kam die junge Berlinerin ins Finale und durfte daraufhin bei einem Wettbewerb in Tokio teilnehmen, wo sie den dritten Platz belegte.

In der DDR stand ihr ein Vertrag an der Berliner Staatsoper Unter den Linden in Aussicht, wo sie letztendlich auch Karriere machte.

Trotz ihres Talentes musste Beatrice Knop auch viel Kritik einstecken, vor allem, weil ihr Körper anscheinend nicht den perfekten Maßen einer Ballerina entsprach. Angeblich hatte sie zu hohe Schultern und auch ihre Beine zeigten nicht die perfekte Linie. Es kostete sie unendlich viel Training und harte Arbeit, ihren Körper so umzuformen, dass er letztendlich der Ballett-Ästhetik entsprach.

Auch Beatrice Knop selber war eine verbissene Perfektionistin. Sie spielte die Hauptrolle der Odette in Schwanensee, die als eine der anspruchsvollsten und technisch herausforderndsten Rollen im klassischen Ballett gilt. Diese Rolle ist das Meisterstück jeder Primaballerina. Obwohl sie diese Rolle schon seit 15 Jahren spielte, hörte sie bis zuletzt nicht auf, an Details zu arbeiten und sich ständig zu verbessern.