Wie eine Deutsche in Argentinien zum Tango-Star wurde

Man hält es kaum für möglich, dass es gerade eine Deutsche ist, die zu den berühmtesten Tangotänzerinnen Argentiniens gehört. Doch beginnen wir die Geschichte ganz von vorne.

Im Jahr 1988, die Düsseldorferin Nicole Nau war gerade einmal 25 Jahre alt, gastierte der Argentinische Tango-Star Luis Pereyra in München. Nicole Nau hatte zwei Jahre zuvor selber begonnen, Tango zu tanzen, und konnte sich den Auftritt ihres Idols nicht entgehen lassen. Ab diesem Zeitpunkt hatte sie das Tango-Fieber endgültig gepackt. Nur wenige Wochen später reiste die junge Deutsche für sechs Wochen nach Argentinien, um dort Tangokurse zu belegen.

Diese kurze Zeit hatte gereicht um zu wissen, dass der Tango fortan ihr Leben prägen würde. Sie kündigte ihren Job als Grafikdesignerin und tourte anschließend mit einer Tango-Gruppe durch Kanada. Anstatt wieder nach Deutschland zurückzukehren, kehrte sie in ihr heißgeliebtes Argentinien zurück. Es war die Zeit, als in Buenos Aires der Tango gerade zu neuer Popularität kam, was vor allem Luis Pereyra zu verdanken ist.

Es kam, wie es kommen sollte, Nicole Nau und Luis Pereyra wurden ein Paar. Er lehrte sie, dass Tango noch mehr war als Disziplin, Training und Musikalität. Tango spiegelt vor allem die Kultur Argentiniens wieder. Der Tanz ist gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden und zwar in den Armenvierteln von Buenos Aires, in denen die Menschen, die eingewandert waren, durch die melancholischen Klänge von Akkordeon, Geige und Gitarre Ablenkung und Trost suchten.

In Argentinien ist Nicole Nau mittlerweile ein Star und sogar auf zwei Briefmarken abgedruckt. Sie tourt mit Ihrem Mann mit der eigenen Tango-Company “GreatDance of Argentinia” durch die ganze Welt. In ihrer aktuellen Tour “Vida” widmen sie sich den Herausforderungen des Lebens in einer einzigartigen Show, die eine Mischung aus Musical, Tanztheater und Oper ist.

Die Deutsch-Argentinierin hat auch ein Buch mit dem Titel “Tanze Tango mit dem Leben” herausgebracht, wo sie über eigene Herausforderungen und Schicksale schreibt.