Primaballerina Polina Semionova wird Tänzerin des Jahres 2018

Schon längst bezaubert die russische Tänzerin Polina Semionova das Publikum am Staatsballett in Berlin. Doch nun wurde sie nach einer Umfrage unter internationalen Fachkritikern zur “Tänzerin des Jahres 2018” gewählt. Die Auszeichnung, die von der Fachzeitschrift “Tanz” verliehen wird, ist zwar nicht dotiert, aber für professionelle Tänzer eine große Ehre.

Die 33-jährige russische Tänzerin ist beim Staatsballett Berlin engagiert und berühmt für ihre Interpretation des Ballettklassikers “Schwanensee”. Die Auszeichnung bedeutet ihr sehr viel und sie ist glücklich, dass die Kritiker ihre Auftritte im letzten Jahr mit Interesse verfolgt haben.

Die Primaballerina, die auch Professorin an der Staatlichen Ballettschule in Berlin ist, wurde im Jahr 2007 schon einmal zur “Tänzerin des Jahres” gekürt. Sie wuchs in Moskau auf und besuchte dort mit ihrem Bruder Dmitry Semionov, der heute Haupttänzer des Staatsballetts Berlin ist, die Bolshoi Ballettschule, wo sie bereits in jungen Jahren zahlreiche Preise bei den besten Ballettwettbewerben gewann, darunter eine Goldmedaille beim Moskauer Internationalen Ballettwettbewerb im Jahr 2001.

An der für die Auszeichnung entscheidenden Umfrage beteiligten sich insgesamt 41 Tanzexperten aus den internationalen Zentren der professionellen Tanzkunst, von Tel Aviv über Madrid und Moskau bis Berlin und New York. Diese schienen allerdings in diesem Jahr geteilter Meinung zu sein, denn Polina Semionova reichten schon drei Stimmen für den ersten Platz.

Der 45-jährige Tänzer Trajal Harrell aus New York wurde ebenfalls mit drei Stimmen zum “Tänzer des Jahres” ernannt. Er hat sich als Spezialist für Vogueing international einen Namen gemacht. Dieser künstlerisch exaltierte Tanzstil kommt aus der New Yorker Tanzszene und imitiert Posen und Körperhaltungen der Fashion-Models auf dem Laufsteg.

Zur Choreographin des Jahres wurde dieses Jahr die Kanadierin Crystal Pite ernannt. Laut der Zeitschrift “Tanz” fanden die Fachkritiker, dass ihre Inszenierungen auf künstlerische Art “Wert und Würde des Menschen” feierten.

Das Fachgremium konnte sich in diesem Jahr nicht auf ein Tanzensemble einigen, dem eine Auszeichnung für seinen herausragenden Beitrag zum Tanz verliehen werden sollte.

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