Wie eine Primaballerina den harten Weg auf die Bühne beschreibt

Viele Balletttänzerinnen haben den Traum, einmal in Schwanensee die Hauptrolle zu spielen. Doch der Weg dahin ist lang und sehr beschwerlich. Ohne viel Ausdauer, Disziplin und Selbstbewusstsein ist er nicht zu schaffen.

Ein typischer Samstagabend für eine Ballerina: Es ist ruhig im Stadttheater Solingen, so ruhig, dass der kleinste Räusperer stört. Laura ist schon auf der Bühne, das Orchester beginnt zu spielen, ihr Körper wird mit Adrenalin durchflutet. Der Vorhang öffnet sich, die grellen Scheinwerfer strahlen ihr ins Gesicht, eine Alltagssituation für jede professionelle Balletttänzerin.

Wenn man Laura fragt, was sie einer Mutter empfiehlt, wenn ihre Tochter den Wunsch zur Ballerina hat, meint sie, dass Kinder so bald wie möglich beginnen sollten, zu tanzen, idealerweise bereits in einem Alter von drei bis fünf Jahren. Nur so können die Mädchen schon früh ein gutes Körper- und Rhythmusgefühl entwickeln und bekommen auch eine gute Körperhaltung.

Das Tanzen hilft vielen, auch in der Schule besser und ausgeglichener zu sein.

Die Entscheidung, ob das Tanzen ein Hobby bleibt oder künftig den Lebensunterhalt sichern soll, fällt meist in einem Alter von rund 16 Jahren. Wer sich für letzteres entscheidet, kann entweder Tänzerin oder Tanzpädagogin werden.

Da eine Tanzkarriere oft mit dem 30. Geburtstag endet, wählen viele zuerst den Weg zur Tänzerin und unterrichten anschließend als Tanzlehrerin. Laura betont allerdings, dass Tänzer ein dickes Fell brauchen. Es bedarf durchaus Ellbogentechnik um in diesem Beruf nicht unterzugehen. Wer hingegen als Tanzlehrerin arbeitet, braucht Einfühlungsvermögen, um sich auf die Schüler einlassen zu können.

Die Ausbildung zur professionellen Tänzerin kann man in einem Hochschulstudium absolvieren, für die man eine Aufnahmeprüfung machen muss. Hier wird einerseits die Musikalität, Reaktionsfähigkeit und körperliche Eignung getestet. Geprüft wird aber auch, wie sich Tänzer künstlerisch und technisch präsentieren können und welche Kenntnisse im klassischen Ballett vorhanden sind. Wer diese Aufnahmeprüfung besteht, dem erwarten vier Jahre harte Knochenarbeit mit einem Training von rund 50 Stunden pro Woche.

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