Wie Ella Carina Werners zur meistgebuchtesten Bauchtänzerin Deutschlands wurde

Es war im Jahr 1988, als sich die damalige Hausfrau und Mutter Ella Carina Werners entschied, aus ihrem bisherigen Leben auszubrechen.

Anlass war der Film “Ali Baba und die 40 Räuber”, bei dem Ella vor dem Fernsehgerät von einer Bauchtänzerin magisch verzaubert wurde. Ab diesem Moment entschied sie, selbst Bauchtänzerin zu werden und aus dem eintönigen Leben in der westfälischen Provinz auszubrechen.

Ella Carina Werners war kein Einzelfall, denn Bauchtanz wurde in den achtziger Jahren in Deutschland gerade so richtig populär, allerdings nicht auf dem Land, sondern zunächst vorerst in Großstädten wie Berlin, München, Köln und Frankfurt.

Einige Bauchtanz-Neulinge kamen von der damaligen Frauenbewegung, andere aus der damals erst aufkommenden spirituellen Szene, wieder andere wollten mehr Abwechslung in ihr Fitnessprogramm bringen und die langweiligen Aerobic-Steps gegen etwas Feuriges eintauschen. Was allerdings alle gemein hatten, war die Anziehungskraft des orientalischen Lebensgefühls.

Als Ella endlich an der Volkshochschule Bad Oeynhausen einen Bauchtanzkurs aufgetrieben hatte, gab es schon bald kein Halten mehr und auch das heimische Wohnzimmer wurde zum ständigen Trainingsraum. Ihr erstes Bauchtanzkostüm schneiderte sich Ella noch selbst, indem sie einen BH mit Pailletten bestickte und Schulterpolster in die BH-Körbchen einnähte.

Bereits ein Jahr, nachdem sie auf den Geschmack gekommen war, reiste sie quer durch die Bundesrepublik zu Wochenendkursen, bis sie nach einem weiteren Jahr beschloss, auch vor Publikum zu tanzen. Unter dem Künstlernamen Shazadi tanzte sie bei privaten Veranstaltungen in Partykellern, Doppelgaragen oder in umgebauten Scheunen.

Stets riss sie ihr Publikum mit, erntete Standing Ovations und sogar Heiratsanträge. Oft wurde sie aufgrund ihrer dunklen Perücke tatsächlich für eine Orientalin gehalten.

Nach zwei Jahren hatte in Westfahlen der Bauchtanzboom voll Einzug gehalten und Ella baute den Keller im Haus zu einem orientalischen Palast mit Perserteppichen, riesigen Spiegeln und Kunstpalmen aus und lehrte ab sofort andere Damen den Bauchtanz.

Ihre Geschichte hat Ella Carina Werner im Buch “Die mit dem Bauch tanzt” niedergeschrieben.